1

Verbraucherzentralen zum Thema Infrarotheizungen

Im schon seit Jahren andauernden Kampf gegen die Infrarotheizungen hat die Verbraucherzentrale NRW nun ein Video veröffentlicht, das wie eine Reportage daherkommt. Leider strotzt der Beitrag nur so von Fehlern und falschen Informationen, dass man sich fragt, warum die Verbraucherzentrale dieses Heizsystem so vehement bekämpft. Denn die falschen Argumente lassen sich teilweise viel zu leicht widerlegen.

Das Video der Verbraucherzentrale...

...und unsere Antwort darauf.

Checken wir doch mal die angeblichen Fakten:

Bis zur ersten Falschaussage dauert es gerade 12 Sekunden. So heißt es dort:
"Wie es genau funktioniert, wird eigentlich gar nicht groß erläutert."

Das ist nachweislich falsch! Alle seriösen Anbieter erklären auf möglichst anschauliche Weise die Funktionsweise von Infrarotheizungen. Wir selber haben hierzu ein Erklärvideo [Video: Wie funktioniert eine Infrarotheizung] erstellen lassen, erläutern die Funktionsweise und vor allem die Unterschiede zu herkömmlichen Heizungen ausführlich [Funktionsweise von Infrarotheizungen], und haben eine Menge an zusätzlichen Informationen zum Thema Infrarotheizungen zusammen getragen [Wissenswertes zu Infrarotheizungen].

Selbst die Hersteller, die uns bekannt sind, erläutern die Funktionsweise auf ihren Seiten mehr oder weniger ausführlich. Für diejenigen, die es gerne physikalisch erläutert haben möchten, haben wir einige Literaturtipps zusammengetragen [Fachbücher].

Wenn man natürlich nur bei Amazon, eBay und ähnlichen Marktplätzen nach Infrarotheizungen sucht, wird man jedoch nicht viel über Infrarotheizungen und deren Funktionsweise erfahren - dafür fehlt alleine schon der erforderliche Platz in den jeweiligen Anzeigen, weil das Thema durchaus komplex ist. Wir empfehlen daher, sich immer direkt an seriöse Verkäufer von Infrarotheizungen zu wenden, und sich ausgiebig beraten zu lassen. Am besten wählen Sie hierfür Händler, die Sie auch vor Ort beraten und bei denen Sie die Heizungen auch live sehen und fühlen können. Auf keinen Fall sollten Sie bei Händlern kaufen, die ausschließlich auf o.g. Marktplätzen verkaufen!

Weiter im Video: nur einen Wimpernschlag später kommt die nächste Falschaussage - getätigt von einem angeblichen Energieexperte, mit Namen Thomas Zwingmann:
"Diese Heizungen erhöhen die Stromkosten ganz extrem, und sie sind schlecht für die Umwelt."

Hier muss man differenzieren: Habe ich vorher zum Beispiel mit Öl geheizt, so erhöht sich nach der Umstellung auf Infrarotheizungen natürlich meine Stromrechnung, weil diese nun auch meine Heizkosten beinhaltet. Dafür fallen aber die Kosten für das Öl, sowie die Wartungskosten, Ersatzteilkosten und Betriebsenergie weg. Übrigens: auch eine Öl- oder Gasheizung benötigt Strom - meist soviel, dass eine IR-Heizung damit einen Monat betrieben werden kann.

Wer hingegen vorher schon mit Strom geheizt hat - zum Beispiel mit Nachtspeicherheizungen - der wird unweigerlich Strom einsparen! In den mittlerweile 11 Jahren, die wir Infrarotheizungen vertreiben, war nicht ein einziger Kunde dabei, der nach der Umstellung von Nachtspeicherheizungen auf Infrarotheizungen mindestens 25% weniger Energie verbraucht hat. In seltenen Ausnahmefällen (wenn die Nachtspeicheröfen sehr alt waren oder die Steuerung nicht gut funktioniert hat) waren sogar Einsparungen von bis zu 60% möglich. Dies hat interessanterweise die RWE schon 1983 in einer externen Vergleichsstudie festgestellt, deren Fazit Sie [hier] runterladen können.

Hier eine Zusammenfassung der Ergebnisse aus dieser Studie:

HeizsystemAnz. Whg.Wohnfl./ Whg.Wohnfl. ges.Verb. ges.Verb. / Whg.Verb. / m²
Nachtspeicher488 m²352 m²52.586 kWh13.147 kWh149,4 kWh
Infrarot488 m²352 m²31.918 kWh7.980 kWh90,6 kWh

Die Studie zeigt also, dass RWE bereits 1983 herausgefunden hat, dass Infrarotheizungen wesentlich sparsamer sind, als Nachtspeicherheizungen. In dieser Studie beträgt die Einsparung immerhin 40%, und das obwohl hier noch mit Bi-Metall Thermostaten ohne zeitliche Steuerung gearbeitet wurde. Nutzt man moderne Thermostate mit zeitlicher Steuerung und Schaltrelais, kann das Einsparpotential noch deutlich gesteigert werden!

Stromverbrauch = schlecht für die Umwelt?

Der zweite Teil der o.g. Aussage bezieht sich auf die ökologischen Aspekte der Infrarotheizung. Sie sollen schlecht für die Umwelt sein? Klar - wenn man den aktuellen Strommix von Deutschland zu Grunde legt ist die Bilanz nicht besonders gut, ist aber jetzt schon besser, als bei Öl oder Gas [5] - und wird mit voranschreitender Umstellung auf regenerative Energien weiter besser werden. Und: jeder Verbraucher hat die Möglichkeit einen zertifizierten Ökostromtarif zu wählen und somit 100% ökologisch erzeugten Strom zu beziehen. Mir ist kein Heizölanbieter oder Gasanbieter bekannt, der 100% ökologisches Heizöl oder Gas anbietet. Ganz im Gegenteil. Alleine die Produktion von einem Liter Heizöl verursacht 7 kWh Energieverbrauch [1]. Auch hierzu mal eine Rechnung:

Für einen Quadratmeter kalkuliert man ca. 13 l Heizöl pro Jahr für die Heizung. [2]

Rechnen wir das mal hoch:
13 l x 7 kWh = 91 kWh an benötigter Energie zur Produktion von Heizöl zur Beheizung von einem Quadratmeter für ein Jahr. Und da oben drauf kommt dann noch der CO₂ Ausstoß vom Heizöl, wenn es im Heizkessel verbrannt wird...

Bei guten Infrarotheizungen hingegen benötigt man 60 - 80 kWh pro Quadratmeter im Jahr an Energie zur Beheizung. Bei Niedrigenergiehäusern ist der Wert noch deutlich geringer.

Bedeutet: Infrarotheizungen benötigen im Schnitt etwa 20% weniger Energie zum Heizen, als Energie alleine für die Produktion von Heizöl benötigt wird!

Der Strompreis steigt immer weiter! Wirklich?

In Sekunde 32 heißt es: "Alles wird teurer - der Strom auch". Das wird ja zu genüge immer wieder in der Presse breitgetreten. Jedes Jahr aufs Neue liest man, dass die Strompreise steigen. Tatsächlich sind sie von 2014 - 2016 sogar gesunken und steigen erst seit 2017 wieder leicht an [3]. Ab 2022 gehen Experten dagegen wieder von einem sinkenden Strompreis aus, weil dann die Förderung für die ältesten Ökostrom-Anlagen wegfällt und somit die EEG-Umlage sinkt [4].

Wenn Experten sich lächerlich machen...

Ab Minute 1.10 wird es nun wirklich lächerlich, und jeder der mit Infrarot heizt, krümmt sich wahrscheinlich vor Lachen. Dort heißt es:
"Energieexperte Thomas Zwingmann von der Verbraucherzentrale kennt sich bestens aus".
Das behalten wir jetzt mal im Hinterkopf und genießen die nachfolgenden Aussagen des selbsternannten Experten:

Minute 1:42: "... die Luft wird jedoch so gut wie gar nicht erwärmt. Wenn man den Strahlungsbereich verlässt, ist einem auch schnell wieder kalt."

Das belegt, dass der Experte entweder noch nie eine Infrarotheizung in Aktion erlebt hat (was wir ausschließen können, denn die Verbraucherzentrale NRW heizt ihren Besprechungsraum mit Infrarotheizungen), oder die Verbraucherzentrale hier absichtlich eine eklatante Falschaussage macht. Würde die Raumluft nicht erwärmt werden, wie würden dann die Thermostate funktionieren, die ja die Temperatur der Raumluft messen und dementsprechend die Heizungen nach Bedarf ein oder ausschalten?

Selbstverständlich wird die Luft auch beim Heizen mit Infrarotheizungen erwärmt. Und zwar dadurch, dass sich die Raumhülle erwärmt, die diese Wärme speichert und an die Raumluft abgibt. Tatsächlich habe ich mit Infrarotheizungen eine derart gleichmäßige Wärmeverteilung, wie ich sie mit keiner anderen Heizung erreiche!

Von Äpfeln und Birnen

In Minute 2.01 kommt dann das immer wieder von der Verbraucherzentrale angebrachte Argument, warum Heizen mit Infrarotheizungen so teuer sein soll: "Wenn man z.B. vergleicht: eine kWh Erdgas kostet in etwa 7 Cent zurzeit, eine kWh Strom kostet 26 Cent - da sieht man schon, wo die Kosten hinlaufen auf Dauer."

Hier geht man einfach davon aus, dass Infrarotheizungen und herkömmliche Heizungen die Energie auf gleiche Weise nutzen und dementsprechend gleich viel verbrauchen würden. Das entspricht nicht ansatzweise den Tatsachen, und zeigt, dass die Verbraucherzentrale absichtlich Äpfel mit Birnen vergleicht, um die Infrarotheizung zu diskreditieren. Mit einer objektiven und systemunabhängigen Beratung, wie es die Satzung der Verbraucherzentrale vorschreibt, hat das nichts mehr zu tun!

Weiterhin scheint die Verbraucherzentralen nicht zu wissen, dass es auch Wärmestromtarife gibt, bei denen die Kilowattstunde im Schnitt 20 Cent kostet. Gerade bei Haushalten, die bisher mit Nachtspeicherheizungen geheizt haben, ist die Umrüstung auf Infrarotheizungen und die Inanspruchnahme eines Wärmestromtarifs schnell und kostengünstig gemacht. Und das zu einem Bruchteil der Kosten, die eine Umrüstung auf ein anderes Heizsystem, wie beispielsweise die von der Verbraucherzentrale favorisierte Wärmepumpe, verursachen würde.

In Minute 2.25 kommt dann nochmal das Argument warum Infrarotheizungen schlecht fürs Klima sind: "Im Moment wird noch viel CO₂ ausgestoßen bei der Stromproduktion."

Die VZ hat offenbar noch nie von zertifizierten Ökostromtarifen gehört. Schade eigentlich. Und das auch die Förderung, der Transport und die Verarbeitung von Öl und Gas Unmengen an Energie verbrauchen (mal ganz abgesehen von den möglichen Umweltschäden, die durch Unfälle hierbei entstehen können), wird auch gerne vergessen.

Das soll bis hierhin reichen zu dem Video.

Die Argumentationsweise der Verbraucherzentralen

Um zu verdeutlichen, wie die Verbraucherzentrale argumentiert, hier mal ein (rein fiktives) Beispiel.

Ein Herr, nennen wir ihn Peter, kommt zur Verbraucherzentrale und bittet den dortigen Energieexperten um Rat, weil sein BMW X5 im Schnitt 13,6 l Benzin verbraucht (Durchschnittsverbrauch von spritmonitor.de). Er möchte wissen, wie er günstiger von A nach B kommt.

Also rechnet der Energieexperte ihm vor:

Benzin hat einen Energiegehalt von 8,4 kWh pro Liter und kostet im Schnitt 1,40 €. Diesel hingegen hat einen Energiegehalt von 9,8 kWh pro Liter und kostet nur 1,20 €.

Für die Strecke von 100 km hat Peter also einen Energieverbrauch bei Benzin von:

13,6 l x 8,4 kWh = 114,24 kWh und Kosten von 13,6 l x 1,40 € = 19,04 €

Nun berechnet der Energieberater, wie viel Liter Diesel benötigt werden, um die gleiche Energiemenge zu liefern:

114,24 kWh (der Energiebedarf für 100 km mit Benzin) / 9,8 kWh (der Energiegehalt von 1 l Diesel) = 11,66 l Diesel.

11,66 l Diesel kosten bei 1,20 Euro / l: 13,99 €. Somit spart Peter nach Berechnung des Energieexperten 5,05 € je 100 km.

Peter sagt darauf hin: "Diesel sind durch den Dieselskandal in den letzten Jahren sehr in Verruf gekommen. Außerdem haben wir Kinder und möchten nachhaltig leben. Ich habe gehört, dass man mit Elektroautos sehr sparsam unterwegs sein soll. Wie sieht es denn da aus?"

Energieberater: "Da kann ich Ihnen nur von abraten! Strom ist viel teurer und außerdem ist der Strommix in Deutschland auch noch nicht nachhaltig. Ich rechne Ihnen das mal vor:
Wir haben gerade festgestellt, dass Sie für 100 km 114,24 kWh Energie benötigen. Die Kilowattstunde Strom kostet aber im Schnitt 0,30 €. Das bedeutet also:

114,24 kWh x 0,30 € = 34,27 € auf 100 km.

Damit ist ein Elektroauto auf 100 km sogar noch 15,23 Euro teurer, als ihr jetziger Benziner! Ich kann Ihnen da nur von abraten!"

Klingt das für Sie schwachsinnig? Genau so argumentiert die Verbraucherzentrale aber bei Infrarotheizungen!

Zur Aufklärung des tatsächlichen Verbrauchs von Elektroautos nehmen wir den Durchschnittsverbrauch eines Tesla Model X – der ist wahrscheinlich am ehesten mit dem o.g. BWM X5 vergleichbar. Der Durchschnittsverbrauch liegt hier laut spritmonitor.de bei 22,88 kWh / 100 km.

Bedeutet an Kosten:

22,88 kWh x 0,30 € = 6,86 €

In der Realität liegt hier die Einsparung gegenüber einem Benziner also bei 12,18 € (oder 64%), und selbst gegenüber dem Diesel (wenn wir bei dem obigen Rechenbeispiel bleiben) bei 7,13 € (bzw. 51%). Und hier ist noch nicht mal berücksichtigt, dass Peter sich einen Teil des Stroms mit einer PV-Anlage auf seinem Dach selbst erzeugen kann. Dann wäre dieser Strom nämlich noch günstiger und zudem 100% ökologisch.

Fazit:

Auch wenn es eigentlich die Aufgabe der Verbraucherzentrale ist, Sie objektiv und unabhängig zu beraten, tut sie dies beim Heizungsaustausch nicht. Vorhandene Studien, die die Sparsamkeit von Infrarotheizungen belegen werden als Einzelfall abgetan und nicht anerkannt. Stattdessen rät man den Kunden zu Heizsystemen, die im Vergleich zur Infrarotheizung extrem teuer in der Anschaffung, wie auch im Unterhalt sind und mehr CO₂ ausstoßen, als Infrarotheizungen - selbst beim konventionellen Strommix [5] - und hier sind die Erzegungsemissionen von Heizöl und Gas noch nicht mal berücksichtigt. Die Verbraucherzentralen verstoßen mit dieser Beratung klar gegen ihren satzungsgemäßen Auftrag.

Quellenangaben

Es wäre ja schön, wenn die Verbraucherzentralen auch mal Quellen für ihre Behauptungen angeben würden - haben sie aber scheinbar nicht nötig. Im folgenden können Sie aber unsere Quellen nachlesen...

[1] https://www.springerprofessional.de/elektromobilitaet/dieselmotor/endenergiebezogene-analyse-diesel-versus-elektromobilitaet/16673694
Anm.: Heizöl ist im Prinzip Diesel und kann daher gleichgesetzt werden.

[2] https://www.heizoel.total.de/rund-um-heizoel/aktuelles-tipps/ihre-oelheizung/heizoel-verbrauch-optimieren-im-einfamilienhaus/

[3] https://strom-report.de/strompreise/strompreisentwicklung/

[4] https://www.finanztip.de/stromvergleich/strompreis/

[5] https://www.forschung-und-wissen.de/nachrichten/umwelt/infrarotheizungen-verringern-co2-emissionen-und-heizkosten-13373612

Loading ...